Nachbarschaftsleuchtturm –
Local Crisis and Emergency Beacon
Ein Nachbarschaftsleuchtturm (Local Crisis and Emergency Beacon) ist eine lokale Anlaufstelle in Krisen- und Katastrophenlagen. Ziel ist es, innerhalb der Nachbarschaft Hilfe, Kommunikation und eine begrenzte Versorgung sicherzustellen. Der Betrieb erfolgt durch qualifizierte ehrenamtliche Helfer mit entsprechender Ausbildung und Ausrüstung.
Der Nachbarschaftsleuchtturm stellt damit eine lokale Unterstützungsstruktur dar, insbesondere für die ersten 72 Stunden einer Krise oder Katastrophe.
Kommunikation
Ein zentraler Bestandteil des Nachbarschaftsleuchtturms ist die Kommunikation. Dabei geht es sowohl um die Kommunikation innerhalb der Nachbarschaft als auch um die Verbindung zu Hilfs- und Rettungsorganisationen sowie gegebenenfalls zu Angehörigen.
Aufgaben im Bereich Kommunikation:
- Ansprechpartner für die Nachbarschaft
- Sicherstellen der Kommunikation zwischen Nachbarschaft und Hilfs- / Rettungsorganisationen
- Kontaktmöglichkeiten zu Angehörigen
- Aufbau und Pflege eines Informationspools (Lagebild)
Erforderliche Qualifikationen und Voraussetzungen können sein:
- Amateurfunklizenz Klasse N
- Optional Funksprechzeugnis für Behördenfunk
- Technische Ausrüstung für UKW-Sprechfunk
- Notstromfähigkeit für mindestens 72 Stunden
- Wöchentlicher „Radio Check“
- Jährliche Übung im Verbund mit Hilfsorganisationen
Erste Hilfe
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Erste Hilfe und die medizinische Erstversorgung. Dabei geht es insbesondere um lagetypische Verletzungen sowie um psychische Erstversorgung.
- Erste Hilfe bei lagetypischen Verletzungen
- Psychische Erstversorgung
- Aktuelle Erste-Hilfe-Ausbildung (Aktualisierung alle 2 Jahre)
- Erweiterte Erste-Hilfe-Ausbildung (Aktualisierung alle 4 Jahre)
- Kenntnisse zu kriegs- und katastrophentypischen Verletzungen
- Provisorische Versorgung und Behandlung
- Selbstschutz bei Krise und Katastrophe
Versorgung
Der Nachbarschaftsleuchtturm soll eine begrenzte Grundversorgung ermöglichen. Diese ist für einen bestimmten Zeitraum und eine begrenzte Personenzahl ausgelegt.
- Grundversorgung Wasser
- Grundversorgung Nahrungsmittel
- Vorrat an Erste-Hilfe-Material
- Hygieneartikel
- Optional Wärme- bzw. Kühlungsraum
- Optional kleine Notstromversorgung
- Lagermöglichkeiten müssen vorhanden sein
Eignung als Certified Emergency and Crisis Aid (CECA)
Der Betreiber eines Nachbarschaftsleuchtturms sollte über bestimmte persönliche und fachliche Voraussetzungen verfügen. Diese Qualifikation kann als Certified Emergency and Crisis Aid (CECA) bezeichnet werden.
- Physische und psychische Eignung
- Optional Mehrsprachigkeit
- Amateurfunklizenz (mindestens Klasse N)
- Optional Sprechfunkzeugnis BOS
- Kenntnisse in Erste Hilfe und Erweiterter Erste Hilfe
- Kenntnisse in Selbstschutz bei Krisen und Katastrophen
- Zertifikat und Plakette
Aufwand und Kosten
Der Aufbau eines Nachbarschaftsleuchtturms ist mit überschaubarem Aufwand und Kosten verbunden. Teile der Ausstattung können auch privat genutzt werden, beispielsweise im Amateurfunkbereich.
- Funkausstattung: ca. 150 € bis 500 €
- Optional Notstromversorgung: ca. 250 €
- Erste Hilfe Koffer nach DIN 13169: ca. 50 €
- Trinkwassertank 200 Liter: ca. 120 € (Mindestbedarf für 20 Personen und 72 Stunden)
- Energieriegel hochkalorisch: ca. 250 € (Versorgung für 20 Personen und 72 Stunden)
Ressourcen und Struktur
- 1 Certified Emergency and Crisis Aid (CECA) für jeden Nachbarschaftsleuchtturm
- 1 Krisenmanager (CECM) für etwa 15 bis 20 Nachbarschaftsleuchttürme
Organisatorische Einbindung
Die zertifizierte Krisen- und Katastrophenhilfe (CECA) kann organisatorisch an eine Hilfsorganisation angebunden werden.
- Hilfsorganisation entscheidet über Eignung
- Hilfsorganisation führt Aus- und Weiterbildung durch
- Hilfsorganisation stellt Netzwerk zur Verfügung
- Hilfsorganisation bietet Netzwerktreffen an
Zusammenfassung
Der Nachbarschaftsleuchtturm ist eine lokale Struktur zur Unterstützung der Bevölkerung in Krisen- und Katastrophenlagen. Die Schwerpunkte liegen auf Kommunikation, Erste Hilfe, Grundversorgung sowie Organisation und Vernetzung.
Im Mittelpunkt steht ein qualifizierter ehrenamtlicher Helfer mit Ausbildung, Ausrüstung und organisatorischer Einbindung. Ziel ist es, die Nachbarschaft in Krisenlagen zu unterstützen und eine lokale Hilfe- und Kommunikationsstruktur bereitzustellen.
Der Autor stellt sein Konzept zu Nachbarschaftsleuchttürmen gerne pro bono interessierten Behörden und Hilfsorganisationen vor.
Kontakt unter wh.bonn@gmail.com.
